Bodenbelag im Mieterwechsel: Bestandsstandard festlegen und Leerstand verkürzen

Bodenbelag im Mieterwechsel: Bestandsstandard festlegen und Leerstand verkürzen

Die Wohnung ist übergeben, der Boden im Wohnzimmer muss raus, und im Lager liegt nichts Passendes. Also wird angefragt, verglichen, bemustert und entschieden, für eine einzelne Wohnung von 62 Quadratmetern. In der Zwischenzeit steht sie leer.

Dieser Ablauf wiederholt sich in vielen Beständen mehrmals im Monat, und jedes Mal wird dieselbe Entscheidung neu getroffen. Der Grund dafür liegt selten bei der Verwaltung. Er liegt darin, dass über die Jahre so viele verschiedene Dekore ins Haus gekommen sind, dass keine Routine mehr möglich ist. Dieser Beitrag beschreibt, wie ein Bestandsstandard aufgebaut wird und was er im Alltag verändert.


Der Bestandsstandard in 60 Sekunden

Was ein Standard ist: ein bis drei festgelegte Dekore mit passender Nutzungsklasse für Wohnraum, Flur und Treppenhaus, verbindlich für den gesamten Bestand.

Was er bewirkt: Die Verwaltung meldet nur noch die Fläche, beschädigte Stellen lassen sich einzeln tauschen, und Mengen werden über das Jahr abgerufen.

Die Bedingung: Das Dekor muss über Jahre lieferbar bleiben, sonst zerfällt der Standard wieder.

Der schnellste Effekt: kürzere Leerstandszeiten, weil die Entscheidung bei jeder Übergabe schon getroffen ist.

Nicht Gegenstand dieses Beitrags: mietrechtliche Fragen zu Renovierung und Kostentragung. Das klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung.


Inhaltsverzeichnis

  1. Was beim Mieterwechsel wirklich Zeit kostet
  2. Wie die Vielfalt im Bestand entsteht
  3. Wie ein Standard aufgebaut wird
  4. Teilreparatur möglich machen
  5. Nachkauf über Jahre sichern
  6. Der Abruf im Alltag
  7. Einen Standard einführen: fünf Schritte
  8. Häufige Fragen


1. Was beim Mieterwechsel wirklich Zeit kostet

Auf einen Blick: Die Verlegung selbst dauert ein bis zwei Tage. Die Tage davor entscheiden über die Leerstandszeit: Entscheidung, Bestellung, Lieferung und ein freier Termin beim Verleger.

Die Arbeit am Boden ist schnell erledigt. Ein Verleger schafft eine durchschnittliche Wohnung in ein bis zwei Tagen, und daran lässt sich wenig drehen. Interessant sind die Tage davor: bis entschieden ist, welcher Boden hineinkommt, bis die Ware bestellt und geliefert ist, und bis der Betrieb einen Termin frei hat.

Jede dieser Etappen lässt sich verkürzen, wenn die Entscheidung bereits vorliegt. Wenn feststeht, welches Dekor in diese Wohnung gehört, und wenn die Ware verfügbar ist, bleibt nur noch die Terminfindung mit dem Verleger. Aus zwei bis drei Wochen können so wenige Tage werden, und jede eingesparte Woche ist eine Woche Miete.


2. Wie die Vielfalt im Bestand entsteht

Kaum ein Bestandshalter hat sich bewusst für zwölf verschiedene Dekore entschieden. Sie kommen nach und nach ins Haus: mit dem Bauabschnitt aus den Neunzigern, mit der Sanierung von 2014, mit dem Kollegen, der damals ein günstiges Angebot gefunden hat, und mit dem Handwerker, der kurzfristig etwas Lieferbares brauchte.

Jede einzelne dieser Entscheidungen war nachvollziehbar. In der Summe führen sie dazu, dass niemand mehr sagen kann, was in einer bestimmten Wohnung liegt, ohne nachzusehen. Und weil das Dekor unbekannt ist, wird bei jedem Schaden die ganze Fläche erneuert, auch wenn nur zwei Quadratmeter betroffen sind.


3. Wie ein Standard aufgebaut wird

Auf einen Blick: Ein bis drei Dekore reichen für die meisten Bestände. Unterschieden wird nach Raumtyp, weil Wohnraum, Flur und Treppenhaus verschieden beansprucht werden.

Ein brauchbarer Standard ist klein. Ein Dekor für Wohnräume deckt den größten Teil ab, ein zweites für höher belastete Flächen wie Flure und Küchen, und für Treppenhäuser kommt eine gewerbliche Nutzungsklasse dazu. Mehr Varianten bringen selten Vorteile und machen die Lagerhaltung schwierig.

Für Wohnräume und Flure arbeiten wir mit unserem Laminat MINAtec, das bei Nutzungsklasse 23/32 und Abriebklasse AC4 liegt. Sobald eine Fläche die Klasse 33 braucht, etwa ein stark frequentiertes Treppenhaus, wechseln wir auf eine Vinyl-Kollektion. Zu bedenken ist außerdem, dass die Garantie im gewerblichen Bereich bei fünf Jahren liegt, im privaten deutlich darüber.

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Bei der Auswahl lohnt sich der Blick auf zwei Dinge. Das Dekor sollte unauffällig genug sein, um zu verschiedenen Wohnungszuschnitten und Küchenfronten zu passen, weil es viele Jahre bleiben wird. Und die Nutzungsklasse sollte zur tatsächlichen Beanspruchung passen, die bei einer Mietwohnung mit mehreren Nutzerwechseln höher liegt als in einer selbst bewohnten Eigentumswohnung. Welche Klasse wofür gedacht ist, steht in unserer Übersicht der Nutzungsklassen.

Ein Punkt, der bei Laminat zum Standard dazugehört: Die Trittschalldämmung wird separat verlegt und ist Pflicht. Ohne sie klappert der Boden, die Klickverbindungen werden stärker belastet, und der Garantieanspruch entfällt. Nehmen Sie die passende Dämmung deshalb gleich mit in den Standard auf.


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4. Teilreparatur möglich machen

Der größte Einzeleffekt eines Standards zeigt sich bei kleinen Schäden. Wenn im Wohnzimmer zwei Dielen beschädigt sind und dasselbe Dekor im Lager liegt, tauscht der Verleger diese beiden Dielen aus. Bei schwimmend verlegten Klicksystemen geht das entweder über den Rückbau bis zur betroffenen Stelle oder durch Heraustrennen und Einsetzen einer Ersatzdiele.

Ohne passendes Material bleibt in derselben Situation nur der komplette Raum. Das ist der Unterschied zwischen einer Stunde Arbeit und zwei Tagen, und er wiederholt sich bei jedem Schaden im Bestand.

Damit das funktioniert, muss die Ware aus derselben Charge stammen. Zwischen zwei Produktionen kann es kleine Farbabweichungen geben, die auf einer neuen Fläche niemand sieht, neben einem fünf Jahre alten Boden allerdings schon.


5. Nachkauf über Jahre sichern

Ein Standard lebt davon, dass es das Dekor in drei Jahren noch gibt. Läuft es aus, beginnt die Auswahl von vorn, und der Bestand bekommt eine weitere Variante dazu. Genau so ist die Vielfalt entstanden, die der Standard eigentlich beenden soll.

Zwei Wege helfen dagegen. Der erste ist die Frage an den Lieferanten, wie lange ein Dekor im Programm bleibt und was bei einem Auslauf passiert, am besten vor der Festlegung. Der zweite ist die Einlagerung: Objektware nehmen wir bis zu 365 Tage bei uns auf Lager, sodass Sie eine Jahresmenge festlegen und daraus abrufen können, ohne selbst Lagerfläche vorzuhalten.

Für Bestände, die über mehrere Jahre einheitlich bleiben sollen, lohnt sich zusätzlich eine kleine Reservemenge im eigenen Lager, üblicherweise zwei bis drei Prozent der verlegten Fläche.


6. Der Abruf im Alltag

Wenn der Standard einmal steht, sollte der einzelne Abruf so einfach wie möglich sein. Ihre Verwaltung meldet die Wohnung und die Fläche, der Rest ist hinterlegt.

Im Gewerbebereich von laminat-shop24.com sehen Sie Ihr Sortiment und die Verfügbarkeit und lösen die Bestellung direkt aus, ohne für jede frei werdende Wohnung neu anzufragen. Wer die Dekore vorher in Ruhe sehen möchte, kommt nach Unna in unseren Showroom, wo die Böden verlegt liegen. Für die Festlegung eines Standards ist das der sinnvollere Weg, weil ein Muster in der Hand und eine verlegte Fläche im Tageslicht zwei verschiedene Eindrücke sind.


7. Einen Standard einführen: fünf Schritte

  1. Bestand aufnehmen. Welche Dekore liegen wo, und wie viele Wechsel haben Sie im Jahr? Die zweite Zahl bestimmt die Jahresmenge.
  2. Raumtypen festlegen. Wohnraum, Flur und Küche, Treppenhaus und Allgemeinflächen, jeweils mit passender Nutzungsklasse.
  3. Dekore auswählen und dabei auf Lieferfähigkeit über mehrere Jahre achten.
  4. Jahresmenge festlegen und einlagern lassen, damit bei jedem Wechsel Ware aus derselben Charge verfügbar ist.
  5. Abrufweg festlegen. Wer darf bestellen, wohin wird geliefert, welcher Betrieb verlegt?

Die ersten beiden Schritte machen die meiste Arbeit. Danach wiederholt sich der Ablauf bei jeder Übergabe von selbst.


8. Häufige Fragen

Wie viele Dekore braucht ein Bestandsstandard?
Für die meisten Bestände reichen ein bis drei: eines für Wohnräume, eines für höher belastete Flächen wie Flure und Küchen und bei Bedarf eines für Treppenhäuser und Allgemeinflächen mit gewerblicher Nutzungsklasse.
Welche Nutzungsklasse eignet sich für Mietwohnungen?
In Wohnräumen ist 23 meist tragfähig, für Flur und Küche lohnt sich die nächsthöhere Stufe. Allgemeinflächen und Treppenhäuser gehören in den gewerblichen Bereich ab Nutzungsklasse 32. Unser Laminat deckt 23/32 ab, ab Klasse 33 arbeiten wir mit Vinyl.
Kann man einzelne Dielen austauschen?
Bei schwimmend verlegten Klicksystemen ja. Entweder wird von der Wand bis zur beschädigten Stelle zurückgebaut, oder die Diele wird herausgetrennt und eine Ersatzdiele eingesetzt. Voraussetzung ist passendes Material aus derselben Charge.
Warum ist die Charge so wichtig?
Innerhalb einer Charge sind Farbe und Struktur aufeinander abgestimmt. Zwischen zwei Produktionen kann es kleine Abweichungen geben, die neben einer bereits genutzten Fläche sichtbar werden.
Wie viel Reservematerial sollte eingelagert werden?
Üblich sind zwei bis drei Prozent der verlegten Fläche. Wer keine eigene Lagerfläche hat, kann die Ware beim Lieferanten einlagern lassen.
Was passiert, wenn das Dekor ausläuft?
Dann braucht es ein Nachfolgeprodukt, das optisch anschlussfähig ist. Deshalb gehört die Frage nach der Lieferfähigkeit an den Anfang der Auswahl und nicht ans Ende.
Lohnt sich ein Standard auch bei kleinen Beständen?
Der Effekt wächst mit der Zahl der Wechsel pro Jahr. Schon bei wenigen Übergaben im Jahr spart die vorab getroffene Entscheidung allerdings Abstimmungszeit bei jeder einzelnen Wohnung.


Fazit

Ein Bestandsstandard ist keine große Umstellung. Er besteht aus ein bis drei Dekoren, der passenden Nutzungsklasse je Raumtyp und der Zusage, dass die Ware über Jahre verfügbar bleibt. Was sich danach ändert, merken Sie bei jeder Übergabe: Die Entscheidung ist bereits getroffen, das Material ist da, und die Wohnung steht kürzer leer.

Wir stellen Ihnen einen Vorschlag zusammen, wenn Sie uns die Zahl Ihrer Einheiten, die übliche Wohnungsgröße und die Wechsel pro Jahr nennen. Den Zugang zum Gewerbebereich richten wir über ein kurzes Formular ein.


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